Gut zu wissen

Auf dieser Seite haben wir versucht die "Kürzel" aus dem Kasten von der Seite "Unsere Hündin" kurz und knapp zu erläutern. Dahinter stehen die erblichen Erkrankungen, bei denen es entweder Untersuchungsmöglichkeiten oder Gentests gibt. Jede Hunderasse hat seine eigenen "Schwachpunkte", wobei der TT gesundheitlich im Vergleich zu einigen anderen Rassen noch sehr gut da steht. Wir hoffen Ihnen hier einen kleinen Einblick geben zu können, warum es so wichtig ist, einen Zuchthund vor der Zucht untersuchen und testen zu lassen.

HD = Hüftgelenksdysplasie

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine Fehlbildung des Hüftgelenkes, hierbei steht der Hüftgelenkkopf nicht richtig in der Hüftgelenkspfanne. Der Grad der Ausprägung und die klinischen Symptome wie z.B. Schmerzen, Gangbildveränderungen, Bewegungseinschränkungen, Lahmheit etc. sind dabei von unterschiedlicher Ausprägung. Die HD, die sämtliche Hunderassen (besonders aber die großen Rassen) betrifft, ist erblich bedingt. Sie wird aber auch durch falsche Ernährung und Haltung begünstigt. Man hat nur durch eine Röntgenuntersuchung der Hüfte die Möglichkeit, die Erkrankung bzw. den Schweregrad der Erkrankung festzustellen. Hierbei wird in fünf Grade eingeteilt:

HD A = Frei /HD B = HD Verdacht / HD C = Leichte HD / HD D = Mittlere HD /HD E = Schwere HD.

Der Erbgang ist ungeklärt! Auch wenn man zwei HD-freie Hunde miteinander verpaart gibt es keine Garantie, dass die Nachkommen HD-frei sein werden. Nur die Wahrscheinlichkeit ist dabei am größten.

 

PL = Patellaluxation

Bei der Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung) springt die Kniescheibe aus ihrer Führungsrinne heraus, und kann bereits im Junghundealter Schmerzen und Gangbildveränderungen (dreibeiniger hüpfender Gang) verursachen.

Oft betrifft dieses die kleineren Hunderassen, wobei die Diagnose meistens mittels Tastbefund oder Röntgen gestellt wird.

Die PL wird in vier Grade eingeteilt, die Auskunft darüber geben, wie stark die Luxation ausgeprägt ist.

Grad 1: Die Kniescheibe kann aus der Rinne gedrückt werden, springt aber von selbst wieder zurück.

Grad 2: Die Kniescheibe springt oft von selbst aus der Rinne, springt aber dann auch von selbst wieder zurück.

Grad 3: Die Kniescheibe liegt außerhalb der Rinne, und springt nicht von selbst wieder zurück. Sie kann aber zurück                           gedrückt werden, springt aber schnell wieder heraus.

Grad 4: Die Kniescheibe liegt dauerhaft neben der Rinne, und ist auch nicht mehr zurück drück bar.

Die Ursachen für die Patellaluxation sind in falscher Ernährung und Haltung, aber auch in der Genetik des Hundes zu finden. Patellaluxation-freie Hunde (Grad 0) haben daher eine hohe Bedeutung in der Zucht.

NCL/CCL = Neuronale/Canine Ceroid Lipofuszinose

Die Neuronale (Canine) Ceroid Lipofuszinose ist eine Speicherkrankheit bei der ein Enzym im Zellstoffwechsel fehlt.

Aus diesem Grund werden die Abbauprodukte Ceroid und Lipofuzin vor allem in den Nervenzellen des Gehirns abgelagert. Durch diese Ablagerung wird das Nervengewebe langsam zerstört. Die ersten Symptome wie Sehschwäche, Wesensveränderungen (z.B. Ängste, Aggressivität, Beißen, Demenz etc.), Gangbildveränderungen, Stubenunreinheit und später auch Krampfanfälle etc. treten beim TT mit ca. 6-8 Jahren auf, und verschlimmern sich zunehmend bis sie zum Tod führen. NCL ist autosomal rezessiv vererbbar und nicht zu heilen.

PLL = Primäre Linsenluxation

Die primäre Linsenluxation ist eine Augenerkrankung bei der sich die Augenlinsen, durch einen Defekt (Faserabbau) an ihrer Haltevorrichtung, verschieben. Die Ursache dafür kann angeboren (autosomal rezessiv vererbt) oder erworben (Unfall) sein. Die PLL äußert sich durch Schmerzen, Verminderung des Sehvermögens, Erhöhung des Augeninnendruckes und zu Letzt durch die Erblindung.

PRA = Progressive Retinaatrophie

Progressive Retinaatrophie (PRA) heißt, dass die Netzhaut beider Augen langsam abstirbt bzw. sich ablöst, und Sehzellen zerstört werden. Es gibt frühe und späte Formen der PRA. Sie beginnen mit der Nachtblindheit, und enden mit der völligen Erblindung. Je nach Rasse gibt es verschiedene Gentests. Für den TT gibt es bisher zwei, den rcd4 PRA (Test bei Laboklin möglich) und den PRA3 (Test in England möglich). Beide testen eine späte Form der PRA, und sind autosomal rezessiv vererbbar. Man geht aber noch von mehr PRA-Mutationen beim TT aus.

 

Was heißt eigentlich autosomale rezessive Vererbung?

Im Körper sind hierbei immer zwei Gene für ein Merkmal verantwortlich, wobei ein "gesundes" Gen dominant  über ein "krankes" Gen ist. Ein Gen kommt von der Mutter das andere Gen kommt vom Vater. Treffen bei den Nachkommen zwei "gesunde" Gene aufeinander ist der Nachkomme gesund, und vererbt auch nur "gesunde" Gene. Treffen ein "gesundes" und ein "krankes" Gen zusammen, ist der Nachkomme ebenfalls gesund, kann aber "gesunde" und "kranke" Gene vererben. Erst wenn zwei "kranke" Gene zusammen treffen ist der Nachkomme krank oder wird im Laufe seines Lebens erkranken.

Er kann wiederum nur "kranke" Gene vererben.

Aufgrund dessen ist es so wichtig die Gengesundheit seines Zuchthundes zu kennen, und die möglichen Gentests dafür durchführen zu lassen. Nur so kann man bei einer Verpaarung das Zusammentreffen von zwei "kranken" Genen vermeiden, und damit auch einen Ausbruch der Krankheit.

                                                            

                                                               

                                                                                                                                                                                                         

                                                                                                          

DOK- Augenarzt

Die DOK- (Dortmunder Kreis) Augenärzte sind speziell für die Diagnostik genetisch bedingter Augenerkrankungen ausgebildet und ausgestattet. Da die meisten Augenerkrankungen nur durch die Veränderungen am Auge selbst festzustellen sind, muss ein Zuchthund regelmäßig (alle ein bis zwei Jahre) vom DOK- Augenarzt auf diese untersucht werden. Sollten Veränderungen festgestellt werden, darf der Hund nicht mehr zur Zucht eingesetzt werden,

Damit wird die künftige Weitervererbung unterbunden.

DNA-Profil

Das DNA-Profil ist der genetische Fingerabdruck! Er wird für zukünftige mögliche Gentests und für einen sicheren Abstammungsnachweis hinterlegt.

Zuchtzulassung/Zuchtzulassungsprüfung

Bevor ein Hund  in die Zucht gehen darf, muss er sich der Zuchtzulassungsprüfung des jeweiligen Vereins unterziehen.

Der Hund muss dabei älter als 12 Monate sein, und sich mindestens allen vorgegebenen Untersuchungen unterzogen haben. Bei der Zuchtzulassungsprüfung wird der Hund genau abgenommen, und auf rassetypische Merkmale

(wie Körperbau, Bewegungsabläufe, Kondition, Gesundheit, Wesen, etc.) überprüft. Danach wird entschieden wie oder ob das Tier in der Zucht eingesetzt werden darf. Dabei gibt es folgende Möglichkeiten:

1. Der Hund ist uneingeschränkt zur Zucht zugelassen.

2. Der Hund ist eingeschränkt (bekommt Auflagen und/oder Einschränkungen) zur Zucht zugelassen.

3. Der Hund wird zurückgestellt, und darf zu einem späteren Zeitpunkt erneut vorstellt werden.

4. Der Hund wird nicht zur Zucht zugelassen.

Eins noch zum Schluss, es handelt sich hier um Lebewesen, und die Natur bestimmt wie und womit das Tier geboren wird. Man kann mit den Untersuchungen auch nur weniges eingrenzen und vermeiden, eine Garantie für ein völlig gesundes Tier kann keiner geben. Wir können aber sagen, dass wir alles für uns Mögliche getan haben, um gesunde Welpen zu bekommen.

Bild-Quelle: Buchcover von Inge Hansen "Vererbung beim Hund"